Einheitlichen Eisenbahnraum schaffen

Stephan Krenz fordert einheitliche technische Standards und weitere Marktöffnung

In seiner Keynote-Speech auf der Single European Rail Area (SERA) Conference hat Stephan Krenz für die konsequente Etablierung eines europäischen Eisenbahnraumes plädiert. „Ein einheitlicher Eisenbahnraum in ganz Europa ist die Zukunft. Ihn nun zu realisieren ist das Gebot der Stunde. Auch wir als Wettbewerbsbahn unterstützen den einheitlichen europäischen Eisenbahnraum. Ein Zurück zur Kleinstaaterei darf es nicht geben“, sagte der Abellio-CEO zum Auftakt der Tagung im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin. Zudem sprach sich Krenz mit Blick auf die Umsetzung des vierten Eisenbahnpaketes für eine rasche Marktöffnung der bisher verschlossenen nationalen Eisenbahnmärkte aus: „Marktabschottung führt zu schlechteren und teureren Leistungen auf der Schiene – zum Leidwesen von Steuerzahlern und Fahrgästen und letztlich dem Verkehrsträger Schiene insgesamt“.

Krenz forderte eine smarte Implementierungsstrategie, um einerseits einheitliche Systeme für Züge und Infrastruktur in Europa zu schaffen, sowie andererseits den Betrieb für die EVUs wirtschaftlich gestalten zu können. In diesem Zusammenhang sprach er sich für eine einheitliche europäische Zulassung aus. Dies senke Kosten und würde die einzelnen EVUs massiv entlasten. Des Weiteren appellierte Abellio-CEO Krenz, die Erprobungsphase im Vorfeld des Starts des 4. Eisenbahnpaketes im Jahr 2019 (sog. „Shadow Running“) aktiv zu nutzen, um Abstimmungs- und Genehmigungsprozesse zwischen Sicherheits- und Zulassungsbehörden mit den EVUs zu erproben. Die Wettbewerbsbahnen rief er auf, sich an dieser Vorlaufphase intensiv zu beteiligen.

An der Konferenz, die von der Europäischen Kommission / European Union Agency for Railways in Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium organisiert wurde, nahmen u.a. auch Staatssekretär Michael Odenwald (BMVI), Keir Fitch (EU-Kommission), Michael Cramer MdEP (Verkehrsausschuß-Vorsitzender im EU-Parlament), Josef Doppelbauer (EU Agency for Railways), Andreas Matthä (ÖBB) sowie zahlreiche weitere Vertreter der Eisenbahnbranche aus Deutschland, Polen, Österreich, Schweiz und der Tschechischen Republik teil.

Stephan Krenz auf der Single European Rail Area (SERA) Conference
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