Personalmangel ist ein Branchenproblem

SPNV besonders betroffen

mofair-Präsident Stephan Krenz hat im Rahmen einer Podiumsdiskussion beim 2. Parlamentarischen Abend der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) auf den Personalmangel bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen hingewiesen. Der Arbeitsmarkt in der Bahnbranche hat sich in den vergangenen zwei Jahren massiv verändert. Nicht nur Lohnerhöhungen, sondern speziell die Verkürzung der Arbeitszeit spiele mittlerweile eine große Rolle.

Das führt zu zwei Effekten: Nach den Tarifabschlüssen, mit einer Reduzierung der Wochenarbeitsstunden und Änderung der Dienstplanregeln, suche die komplette Branche massiv Personal, das am Markt jedoch nicht verfügbar sei. Daher haben derzeit im SPNV nahezu alle Betreiber damit zu kämpfen, überhaupt die Basisleistungen erbringen zu können und Zugausfälle zu vermeiden. Ein erster Schritt könnte eine bundesweite übergreifende Imagekampagne aller am Markt tätigen Eisenbahnunternehmen, der Aufgabenträger und der Gewerkschaften sein.

Außerdem sei die Steigerung der Personalkosten in den Bestandsverträgen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Der in den Verkehrsverträgen vereinbarte Index berücksichtige eben nicht die Zeiteffekte (etwa bei der Reduzierung der Wochenarbeitszeit für Triebfahrzeugführer von 40 auf 38 Stunden) und auch nicht die deutlich erhöhten Ausbildungskosten. Hier würden, so Krenz, die EVUs mit Blick auf die langlaufenden Verkehrsverträge komplett auf diesen immensen Kosten sitzen bleiben. Stephan Krenz forderte alle Beteiligten in der Branche auf, sich hier an der nachhaltigen Lösung dieses akuten Problems engagiert zu beteiligen.

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Dr. Matthias Stoffregen

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