Elektromobilität und alternative Antriebe im SPNV

Politische Weichenstellungen nötig für Planungssicherheit

Der Schienenverkehr steht wie kein anderer Verkehrsträger für angewandte Elektromobilität. Die dominierende Antriebsform bei allen Verkehrsarten ist die Nutzung von Elektrizität. Dennoch spielen Dieselantriebe hierzulande immer noch eine nennenswerte Rolle im Schienenverkehr.

Dies liegt daran, dass nur gut 60 Prozent des bundeseigenen Streckennetzes elektrifiziert, also mit einer Oberleitung (oder in einigen S-Bahnnetzen mit einer Stromschiene) ausgestattet sind. Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ist von den Lücken in der Streckenelektrifizierung besonders betroffen. Dennoch werden derzeit bereits über 63 Prozent der Betriebsleistung (Zugkilometer) im Schienenpersonennahverkehr elektrisch und damit vor Ort emissionsfrei erbracht.

Die Akteure des Eisenbahnsektors wollen künftig einen noch größeren Beitrag zu Klimaschutz und nachhaltiger Mobilität leisten. Sie verfolgen daher das Ziel, die Lücke zu 100 Prozent Elektromobilität zu schließen und zukünftig völlig auf die Nutzung von Dieselantrieben im SPNV zu verzichten. Dazu haben sie bereits im April 2018 das gemeinsame Papier „Nahverkehrszug der nächsten Generation. Emissionsfrei, wirtschaftlich, kundenorientiert“ veröffentlicht. Inzwischen befinden sich die ersten SPNV-Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zur Betriebserprobung im Fahrgasteinsatz. So verkehrten im Pilotbetrieb beispielsweise von September 2018 bis Februar 2020 die ersten Brennstoffzellentriebzüge im nördlichen Niedersachsen. Seit September 2019 ist ein Batterietriebzug in Österreich im Einsatz. Erste Ausschreibungen für Serienfahrzeuge, die Betriebsaufnahmen stufenweise ab Ende 2022 vorsehen, sind in Deutschland auf den Weg gebracht.

Mit dem nun vorliegenden Papier machen die Akteure des Sektors konkrete Vorschläge, wie die Elektromobilität auf der Schiene zügig weiter ausgebaut werden kann und was dafür zu tun ist. Die hier präsentierten Vorschläge sind das Ergebnis einer Sektordiskussion, die von den drei Bahnverbänden Allianz pro Schiene, mofair und VDV – Verband Deutscher Verkehrsunternehmen getragen werden.

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Dr. Matthias Stoffregen

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