Berlin (13. Februar 2026):
Verkehrsunternehmen und SPNV-Aufgabenträger befürworten die Initiative der Deutschen Bahn zum „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ und werden sie tatkräftig unterstützen. Sie weisen aber darauf hin, dass konkrete und realistische Maßnahmen auskömmlich finanziert werden müssen.
Wie in anderen Bereichen, ist auch bei der Eisenbahn seit Jahren abnehmender Respekt gegenüber dem Zugpersonal und Mitreisenden zu beobachten; Beleidigungen und Gewalttaten nehmen kontinuierlich zu. Der Verrohung des Umgangstons folgen zunehmend körperliche Angriffe. Am 3. Februar 2026 wurde der Zugbegleiter Serkan C. in einem Regionalexpress brutal und gewalttätig attackiert. Er erlag seinen schweren Verletzungen. Unser Beileid und unsere Gedanken sind bei ihm, seiner Familie und Freunden, sowie seinen Kolleginnen und Kollegen.
„Die Mitarbeitenden in Bus und Bahn sind das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs; sie müssen sicher und ohne Angst arbeiten können. Dieses sichere Arbeitsumfeld zu schaffen und die Berufe attraktiv zu machen ist eine Aufgabe, an der sich alle Branchenakteure beteiligen müssen,“ betonen Jan Görnemann, Geschäftsführer des Bundesverbands SchienenNahverkehr e.V., und Alexander Sterr, mofair-Vizepräsident.
Der heutige von der Deutschen Bahn initiierte Sicherheitsgipfel ist ein gelungener Auftakt und der Schritt in die richtige Richtung, um gemeinsam die Sicherheit in Zügen zu verbessen. Gemeinsam mit allen Sicherheitspartnern, wie der Bundespolizei und der DB Sicherheit, wollen Aufgabenträger und Eisenbahnverkehrsunternehmen an bestehende Sicherheitskonzepte anknüpfen. Dabei sollen technisch sinnvolle Maßnahmen ausgeweitet werden, zum Beispiel der Einsatz von Bodycams, die Nutzung von Hilferuf-Apps sowie die Vervollständigung der Kameraüberwachung in Zügen und an Bahnhöfen.
Begleitquoten in Zügen werden bisher grundsätzlich regionalspezifisch und bedarfsgerecht gestaltet. Durchgängig höhere Begleitquoten sowie die Aufstockung von Sicherheitspersonal in den Zügen erfordern ausreichend ausgebildetes Personal.
Die von Bund und DB definierten Maßnahmen müssen allerdings finanziert werden. Abseits der Regionalisierungsmittel muss der Bund ein Finanzierungsinstrument schaffen, mit dem gezielt in Sicherheitsmaßnahmen investiert werden kann.